AUF DEM JACOBSWEG
Nach der Lektüre des Buches „Auf dem Jakobsweg“ von Paulo Coelho wuchs in mir der Wunsch diesen Weg zu laufen. Doch wie das Leben so spielt, … . Es fehlte immeran irgendetwas: genügend Zeit, jemand, der für die Kinder sorgt, Geld … .
Da entdeckte ich eines Tages die Muschel direkt vor meiner Haustür an einer Straßenlaterne. Der Jacobsweg geht direkt an meinem Haus vorbei?
Das machte mich neugierig und ich recherchierte im Internet. Heraus fand ich es gibt unzählige Wege und einige sogar in meiner Nähe. Die Via Baltica, an der ich wohne, verläuft wie der Name schon sagt, an der Ostsee entlang und trifft in Lübeck auf die Via Jutlandica, die von Schleswig nach Süden führt.
Mein Leben fühlte sich gerade so richtig nach Sackgasse an. Das sind so die Momente, wo ich am liebsten alles stehen und liegen lassen würde, meinen Rucksack schnappen und einfach nur weg will. In diesem Fall habe ich es dann auch gemacht.
Von dem Augenblick, wo ich die Entscheidung getroffen habe, fügte sich alles.
Ich traf eine Freundin, der ich meinen Plan erzählte, die mir den entsprechenden Pilgerführer vorbeibrachte, der Pilgerausweis traf schon am nächsten Tag ein. So stieg ich am folgenden Tag in den Zug nach Schleswig ohne irgendeinen Plan. Keine Unterkünfte, nichts. Nur mein Rucksack und ich. So machte ich mich auf den Weg. Meinen Weg. Mit jedem Schritt ein Stück weiter zu mir.
Was ist pilgern eigentlich?
Pilgern, veraltet auch Pilgrim („Fremdling“), stammt vom lateinischen Wort peregrinus (oder peregrinari, “ in der Fremde sein“) ab. Die Anlässe einer Pilgerreise variieren von geistlicher Vertiefung, Abstattung von Dank oder Gelübden oder andere. In meinem Fall war es Abstand gewinnen.
Drei Tage hatte ich Zeit. Im Februar. In dieser Jahreszeit ist unserer Gegend nicht gerade einladend. So maschierte ich nun los rein in den Nebel und die Ungewissheit.
Nun kam eins der größten Geschenke meines Lebens. Alles, was ich brauchte, wie eine Bleibe, etwas zu Essen, Worte der Ermunterung, eine Rolle Blumendraht, und vieles mehr kam auf wundersame Weise und immer zur richtigen Zeit zu mir. Es war als wüßte eine unsichtbare Macht meine Bedürfnisse, noch bevor ich sie geäußert habe.
Auf meiner ersten Etappe von Schleswig nach Gettorf habe ich diese kalte, neblige Zeit plötzlich ganz anders wahr genommen. Die Bäume und die gepflügten Äcker waren nicht einfach mehr nur kahl, sie waren bereit für das, was kommt. So lief ich mich leer von Frust und Hoffnungslosigkeit und machte mich bereit für das, was kommt.
Einen Monat später kam die nächste Etappe von Gettorf bis Kiel. Diese barg ganz andere Themen und Herausforderungen. Schier endlose gerade Wege, die durchgehalten werden wollten. Wege ohne Hinweise, wo nur Intuition hilft. Oder Versuch und Irrtum. Aber auch hier, war immer alles bereit für mich.
Die letzte Etappe von Plön bis Lübeck lief ich wieder ca. einen Monat danach. Jetzt kam der Frühling. Der Durchbruch. Auch in meiner Situation. Einfach nur so. Einfach durch Loslassen und Abgeben.
Manchmal sind es die ungewöhnlichen Dinge, die uns weiter bringen. Traue deiner Intuition. Hier nun meine kurze Reise.
Für mehr Informationen rund ums Pilgern oder auch andere Fragen stehe ich gerne über das Kontaktformular am Ende der Seite zur Verfügung.